Veranstaltungshinweis: Wochenendseminar der Professur für Technikphilosophie Dresden

An der TU Dresden wird am 24., 25. und 26. November rund um die Themen Post- und Transhumanismus, Cyborgs und evolutionär verstandene Leiblichkeit des Menschen gearbeitet und diskutiert.

Die Möglichkeiten der modernen Technologie - in der Biomedizin, der Gentherapie, dem Neuroenhancement und den Neurowissenschaften wie auch der künstlichen Intelligenz und der Computerentwicklung - beschränken sich nicht auf Eingriffe in Natur und Umwelt, sondern transformieren auch den Menschen selbst wie auch das Bild, das er von sich besitzt. Die Problematik der Verbesserung des Menschen durch Züchtung, die Vorstellungen von Cyborgs, Androiden und Designermenschen, sowie die Positionen des Post- oder Transhumanismus und des Ökomodernismus sind Zeichen und Folgen dieses Umbruchs. Das Wochenendseminar soll den weltanschaulichen Kontext und philosophischen Hintergrund der Debatten aufzeigen, die entsprechenden Technologien vorstellen, und gewisse Extrapolationen in die Zukunft vor dem Hintergrund aktueller Veränderungen insbesondere im Bereich der Gentechnik und der künstlichen Intelligenz diskutieren und auf ihre ethische Relevanz hin prüfen.

Hier gibt es nähere Informationen zum Programm, den Zeiten und den Räumlichkeiten.

Netphiltech bei der Ringvorlesung "Aus Wenig mach Mehr" der TUUWI Dresden

Die studentische TU Umweltinitiative der TU Dresden organisiert neben anderen Projekten regelmäßig Umwelt-Ringvorlesungen, wie die diessemestrige Vorlesung "Aus Wenig mach Mehr - Ressourceneffizienz in Theorie und Praxis".

In deren Rahmen wurden unsere Mitglieder Hans-Elmar Eisold und Nadine Reinhardt am 23.10. 2017 (18:40 Uhr) an der HTW Dresden eingeladen, eine technikphilosophische Perspektive auf das Thema Ressourceneffizienz vorzustellen und die Frage zu beleuchten, welche Nachhaltigkeitsaspekte in Innovationsprozessen sowie bei der Konstruktion und Planung von Technologien zu beachten sind und wie sie sich realisieren lassen. Besondere Berücksichtigung fanden in diesem Kontext soziale wie kulturelle Aspekte technologischer Innoavtionen, die neben einer reinen Effizienzsteigerung ebenso im Nachhaltigkeitsdiskurs zu beachten sind.

Die Präsentation zum Vortrag findet sich hier. (PDF-Download, 9,6 MB)

Netphiltech bei den Datenspuren 2017

Netphiltech war in diesem Jahr zu Gast bei den Datenspuren 2017 und dem CCC Dresden, am 21. und 22. Oktober 2017 in den Technischen Sammlungen in Dresden. Unter anderem mit dem Vortrag "Datas spuren" sowie einer Podiumsdiskussion "Hypermoderne Technologie"

In dem Vortrag "Datas Spuren - Zur Einfallslosigkeit der Techno- und Anthropomorphismen in Sprechen, Denken und Entwerfen" (link zum Video) diskutiert Manja Unger-Büttner (Netphiltech) Analogien der Betrachtung von Gehirn und Geist sowie künstlicher Intelligenz.

In der Podiumsdiskussion "Hypermoderne Technologie - Was kommt nach der Postmoderne, technisch und philosophisch?" (link zum Video) werden Einblicke in die Forschung an der Professur für Technikphilosophie der Technischen Universität Dresden gegeben. Auf dem Podium sind Ajuvo (c-base) Manja Unger-Büttner und Paul Stadelhofer von Netphiltech, sowie unser Beiratsmitglied Dr. Kay-Uwe Michel.

Netphiltech bei KRETA-Dresden

Die kritischen Einführungstage sind eine von Studierenden organisierte Tagungsreihe an Dresdner Hochschulen, in deren Zentrum gesellschaftskritische Themen stehen. Netphiltech hat mit einem Workshop eine Einführung in Problembereiche der Digitalisierung und des Technologietransfers gegeben. Der Titel des Workshops: "Soziale Innovation vs. Technische Innovation"

Über 20 Teilnehmer haben am 10. Oktober 207 (16.30 Uhr) an der HTW Dresden den Workshop "Soziale Innovation vs. Technische Innovation" besucht. Referenten von Netphiltech waren Constanze Fanger und Paul Stadelhofer. Die Frage, inwiefern Elemente aus dem Trend zur Digitalisierung mit der Frage nach der menschlichen Freiheit verknüpft  sind, stand im Zentrum der Veranstaltung.

Hintergrund: Neue Technologien kommen oft mit dem Versprechen daher, Fremdbestimmungen zu entkräften. Hinter echten Innovationen steht auch immer ein moralischer Anspruch. Dem Fortschrittsversprechen ist jedoch nur bedingt Glauben zu schenken, denn technische Entwicklungen bergen oft hohe Folgelasten sowie massive Sachzwänge.

Der Workshop beleuchtet die Digitalisierung kritisch und behandelte aus zwei Perspektiven, wie Technik unser Selbstverständnis wandelt. Im Vordergrund steht das Verhältnis von Artefakten, Gesellschaft und Politik. Chancen und Risiken wurden an praktischen Beispielen erarbeitet und diskutiert.

Die Präsentation des Workshops findet sich hier.(PDF-Download, 1.2MB)

Das komplette Programm von KRETA 2017 findet sich hier.

Kurz und gut: Empfehlungen von Mitgliederpublikationen (2016/2017)

Cover Funk, Leuteritz, Irrgang (Hg.): Cyberwar @ Drohnenkrieg

Michael Funk, Silvio Leuteritz, Bernhard Irrgang (Hg.): Cyberwar @ Drohnenkrieg. Neue Kriegstechnologien philosophisch betrachtet

Im März 2017 erschien der zweite Band der Reihe Technologien Philosophieren, der Disziplinen übergreift und das Phänomen des Krieges in seiner modernen Komplexität zu greifen versucht - Aspekte von Cyberwar, Drohnenkrieg, Robotisierung der Kriegsführung, Friedensphilosophie, Terrorismus und Kombattantenbegriff werden auf über 300 Seiten beleuchtet.

Bernhard Irrgang: Technologische Entwicklungspfade: Innovation und Folgelasten

Letztes Jahr erschienen ist die Monographie Technologische Entwicklungspfade: Innovation und Folgelasten. Macht und Ohnmacht angewandter Ethik bei der Einbettung nutzerfreundlicher Technologie von Bernhard Irrgang im Verlag Königshausen und Neumann. Darin wird sich den Phänomenen des weltweiten Erfolgs technologischer Entwicklungspfade bei gleichzeitigem Scheitern von grundlegenden Innovationen zur Lösung etwa des Problems um schädliche fossile Brennstoffe angenähert. Die Modellierung, Konzeptualisierung und Verknüpfung von biologischen, ökonomischen, systemtheoretischen und geschichts- sowie gesellschaftswissenschaftlichen Ansätzen zeigt auf, wie komplex die Erklärung dieser Phänomene ist - und wie schwierig ihre Lösung. Um diese bieten zu können, müssen angewandte Ethik und technikphilosophische Pragmatik als komplementär, und nicht einander ausschließend, betrachtet werden.

Bernhard Irrgang: Evolutionär orientierte Bioethik im Zeitalter der Life-Sciences

In seiner im Peter Lang-Verlag erschienenen Monographie: Evolutionär orientierte Bioethik im Zeitalter der Life-Sciences. Einführung in die nichtmedizinische Bioethik aus hermeneutisch-phänomenologischer Perspektive verknüpft Bernhard Irrgang einmal mehr Natur- und Geisteswissenschaften, indem er seine Bioethik für den nichtmenschlichen Bereich konkretisiert und ihr in einem nächsten Schritt den Gerechtigkeitsgrundsatz einer Gleichbehandlung unter vergleichbaren Umständen kritisch zuführt. Damit wird eine Alternative zu anthropomorphistischen und utilitaristischen Konzepten entworfen.